Viennacontemporary

Collecting Couples

Nichts vereint zwei Menschen mehr als eine gemeinsame Leidenschaft – in diesem Fall: die Kunst. Anlässlich des nahenden Valentinstags stellen wir einige starke Paare vor, deren Liebe füreinander analog zu ihren Kunstsammlungen wächst.

 

 


Die Engagierten: Katrin und Dirk Liesenfeld

Kunstsammeln ist unsere gemeinsame Leidenschaft, so wie sich andere Paare dem Surfen oder Reisen verschrieben haben“, sagt Katrin Liesenfeld. Beide waren bereits vor ihrer Ehe begeisterte Kunstliebhaber:innen und bauten gemeinsam nach und nach ihre Sammlung auf, deren Fokus auf jungen, aufstrebenden Talenten liegt und von Geschmack und dem Gefühl geleitet anstatt nach Investitionsgedanken: „Wenn einer von uns von seinem Veto-Recht Gebrauch macht, was selten geschieht, dann hat das Gewicht. Schließlich müssen wir uns gemeinsam begeistern. Andernfalls wäre es nur strategisches Sammeln, und das ist nicht unser Ziel„, erklären die Liesenfelds.

Nach einer erfolgreichen Karriere in der Werbebranche beschloss das Paar ihren Lebensstil zu ändern und die art lodge zu eröffnen, ein Kunsthotel mit Residenzprogrammen und Skulpturenpark in den Kärntner Nockbergen. Derzeit renovieren sie das „Haupthaus“, um einen Kunstraum für wechselnde Ausstellungen und ihre Sammlung zu schaffen. Ferienwohnungen und TinyHouses werden weiterhin vermietet. „So gelingt es uns, die Kunst, die wir gesammelt haben – oder zumindest Teile davon – täglich zu erleben. Zuvor befand sich die Kunst in den Zimmern, wo zwar die Gäste sie genießen konnten, aber wir nicht„, lacht das Ehepaar.

Am 5. Juli 2024 eröffnet das Kunsthaus mit einer Einzelausstellung von Mathias Pöschl sowie Werken aus der Sammlung der Liesenfelds.

Lesen Sie hier ein Interview über die Projekte der Liesenfelds aus dem Jahr 2019

 

 


Die Eklektischen: Michael Kaufmann und Ronald Harder

Der Wiener Kunstexperte Michael Kaufmann und sein Ehemann Ronald Harder teilen die Leidenschaft für Kunst und haben sich gemeinsam dem Sammeln verschrieben. Sie selbst beschreiben ihren Sammlungsansatz als „impulsiv“, eklektisch und eher von Emotionen als von strengen Kategorien bestimmt. Die Sammlung hebt die gemeinsamen Eigenschaften des Paares hervor: „Obwohl wir uns sehr voneinander unterscheiden, sind wir beide sehr aufgeschlossen und emotional – und wir glauben, dass unsere Sammlung diese Attribute widerspiegelt„, erklären sie.

Ein Fokus liegt auf queerer Kunst sowie auf jungen Künstler:innen, mit dem Ziel, die Nachwuchsszene zu unterstützen. Ihr Projekt „Spielzimmer“ stellt junge Künstler:innen in ihrem geräumigen Keller aus und möchte Verbindungen innerhalb der Kunstwelt fördern. Auch als Sammler sind anhaltenden Beziehungen zu Künstler:innen für sie von entscheidender Bedeutung. Sie betonen die Bedeutung der emotionalen Verbindung, die Kunst im Gegensatz zu materiellen Besitztümern bietet.

Lesen Sie hier das gesamte Interview von 2017

 

 


Die Aufgeschlossenen: Elisabeth und Bernhard Hainz

Das Wiener Ehepaar Elisabeth und Bernhard Hainz verfügt über eine beeindruckende Kunstsammlung von rund 800 Werken, die überwiegend in der Anwaltskanzlei von Bernhard Hainz, CMS Wien, untergebracht sind. Das Ehepaar betont, wie gerne sie mit ihrer Sammlung leben und Kunst nicht als reine Geldanlage betrachten. In der Privatwohnung sind Werke der klassischen Moderne und des 19. Jahrhunderts ausgestellt, während in der Kanzlei auf 3.500 Quadratmetern zeitgenössische Kunst zu sehen ist.

Angefangen vor 30 Jahren mit dem Wunsch nach ein paar Kunstwerken, umfasst ihre Sammlung heute verschiedene Epochen, darunter den Stimmungsimpressionismus, die klassische Moderne, die expressionistische Malerei und die postexpressionistisch-figurative Malerei. Mit der Beratung des Galeristen Georg Kargl und später Hubert Winter erweiterte sich das Interesse des Ehepaars und sie entdeckten zeitgenössische Kunst, konzeptionelle Werke, Fotografie, Videos und Skulpturen.

Lesen Sie hier das gesamte Interview

 

 


Die Harmonischen: Andrea Dénes und Árpád Balázs

 

Das in Budapest lebende Paar hat eine bemerkenswerte Sammlung von über 300 Kunstwerken zusammengetragen. Die komplexe und zum Nachdenken anregende Sammlung, die sich hauptsächlich auf ungarische Künstler:innen, aber auch internationale Positionen konzentriert, reflektiert das Leben im 20. und 21. Jahrhundert. „Es ist wichtig, dass wir das Sammeln zusammen genießen können. Ein gemeinsames Interesse mit meiner Frau zu haben – das ist für mich der eigentliche Wert„, erklärt Árpád.

Trotz der gelegentlich unterschiedlichen Geschmäcker betonen Andrea und Árpád ihre harmonische Einstellung zum Sammeln. Sie streiten nie um Kunst – sollte es aber zu Meinungsverschiedenheiten kommen, sei es Árpád, der die Wogen mit dem Zugeständnis „Ja, meine Liebe, kaufen wir es“, glättet. Zu den Regeln, die das Paar gemeinsam befolgt, zählt, Kunst nie nur wegen des Geldwerts kaufen, und sicherzustellen, dass mindestens einer von ihnen ein Werk aufrichtig mag. „Ich muss zugeben, dass ich viele der heutigen Schlüsselstücke unserer Sammlung anfangs nicht mochte, aber Árpád darauf bestanden hat. Und ich bin sehr froh, dass er mich überzeugt hat„, sagt Andrea.

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Die Abenteuerlichen: Eva und Manfred Frey

 

Die in Wien lebenden Ärzte und Sammler vereint eine gemeinsame Leidenschaft für Kunst, die im Laufe ihres Lebens immer stärker geworden ist. Ihre Liebe zur Kunst, die beide kulturell interessierten Elternhäusern verdanken, spielt eine tragende Rolle sowohl in ihrem Leben und in ihrer Beziehung. In den letzten zwei bis drei Jahrzehnten haben sie gelernt, gemeinsam Kunst zu erleben und dabei viele junge aufstrebende Künstler:innen kennengelernt, die später in der Kunstwelt Fuß fassten.

Die Suche nach jungen Talenten zieht sich als roter Faden durch die Sammlung der Freys, getragen von dem Wunsch nach einem generationenübergreifenden Verständnis und einer Wertschätzung und Förderung des Potenzials von Künstler:innen in ihren jüngsten Karrierestadien. Die Entscheidung, Kunstwerke zu erwerben, wird stets gemeinsam getroffen – auch wenn sich das Paar heutzutage nicht mehr abstimmen muss: „Wenn meine Frau ohne mich zu einer Vernissage geht, weiß sie genau, welches Werk mein Favorit sein wird und andersherum. Das ist immer völlig klar,“ beschreibt Manfred Frey ihre harmonische Symbiose.

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Image: © WienTourismus/Paul Bauer