viennacontemporary

TALKS

Alle Talks werden in der Talks Area der viennacontemporary (Stand C21) stattfinden und hybrid, das heißt auch online zugänglich sein. Bitte besuchen sie die Website viennacontemporary.at / vc on, wenn sie online an den Talks teilnehmen wollen.

FOCUS

Central and Eastern European ART: Beyond Social Utopia

Nach vielen Versuchen, die Geographie der zeitgenössischen Kunst zu definieren – insbesondere nach dem Fall des Kommunismus in Osteuropa – scheint in zunehmendem Maße Klarheit darüber zu herrschen, dass es unmöglich ist, diese Geographie der zeitgenössischen Kunst außerhalb der globalen Karte der neoliberalen Machtverteilung zu definieren. Viele TheoretikerInnen, KuratorInnen, KunstforscherInnen und ProduzentInnen haben – vor allem nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 – die paradoxe Situation, von den posthistorischen und postideologischen geopolitischen Signifikanten Zentral-, Ost-, und Südosteuropa redefiniert zu werden, politisiert. Kritische Geographien der Kunst sind zum Hauptthema neuerer Kunstgeschichtsschreibungen geworden, besonders jener, die einen nationalistischen Kanon und neoliberale Versuche der Regionalisierung in der Phase des Übergangs ablehnen. Mittlerweile sind alle Debatten zwischen dem ehemaligen Osten und dem ehemaligen Westen, die sich mit der Ideologie des geopolitischen Positionierens der zeitgenössischen Kunst innerhalb des Kunstsystems beschäftigen, zu globalen Debatten zwischen Zentrum und Peripherie geworden. Diese Gesprächsreihe wird inmitten der gegenwärtigen lokalen und globalen Prioritäten – über die geopolitischen Zonen des Unbehagens innerhalb Zentral- und Osteuropas hinaus – nach strukturellen und emanzipatorischen Arten der Zugehörigkeit suchen.

 

ArtTech Talks

Technologie verändert unser Denken, unser Verhalten und unser Verhältnis zur Kreativität. Diese Gesprächsreihe beleuchtet die verschiedenen Arten der Überschneidung von Technologie und kreativer Kultur. Technologie hat großen Einfluss darauf, wie und wo das Publikum heute Kunst entdeckt. Das Jahr 2020 ist in besonderem Maße von einem veränderten Verständnis und dem Wunsch, online an Kunst teilhaben zu können, geprägt. Onlineausstellungen und Viewing Rooms, das Vorherrschen von visuellen Plattformen und sozialen Medien, Kunstwerke als Computerspiele und eine aktive Beschäftigung damit, wie Technologie funktioniert, sind einige der Tendenzen, die durch die internationalen lockdowns immer beherrschender wurden. Bildschirme sind zu kulturellen Rettungsleinen geworden und enger denn je mit unseren emotionellen, psychologischen und konzeptuellen Erfahrungen verbunden. Digitale und neue Technologien sind oftmals Teil von Kunstwerken, die über den Bildschirm hinaus funktionieren. Diese Gespräche untersuchen, wie KünstlerInnen, KuratorInnen und DenkerInnen auf diese neuen Entwicklungen und die neuen Möglichkeiten einer kreativen digitalen Zukunft reagieren.

 

 

Talks Programm

 

Freitag, 25. September 2020

15:00–16:00 Uhr
ArtTech Talk: Digital Curating

Wie sollen KuratorInnen Arbeiten online ausstellen? Ist es möglich, Ausstellungen zu machen, die die Wirkung eines realen Raumes haben? Welche neuen Plattformen entstehen, die neuen Öffentlichkeiten Zugang zu Kunst verschaffen? Welche Wege sind zielführend und welche Onlineausstellungen schlagen fehl? In dieser Runde wird der Frage nach Onlineausstellungen und dem Kuratieren für digitale und virtuelle Räume nachgegangen.

TeilnehmerInnen:
Corina Apostol, Kuratorin, Tallin Art Hall, Estland
Lucia Gregorova Stach, Chefkuratorin, Slowakische Nationalgalerie, Bratislava
Valentina Bruschi, Kuratorin und Autorin, Italien
Moderation: Francesca Gavin, Kunsttheoretikerin, Kuratorin und Autorin


17:30–18:30 Uhr
CEE ART: GEOGRAPHIES

Die geographischen und historischen Anzeichen zeitgenössischer Kunst in Zentral-, Ost- und Südosteuropa sind noch immer unscharf, konfrontierend und undefiniert. Ausgehend von der heutigen Perspektive, die sich diesem geopolitischen Raum durch kunsthistorisches Schreiben und institutionelles Kuratieren annähert, werden die TeilnehmerInnen sich ändernde und unmögliche Narrative, die um diese erschöpften Geographien der Kunst kreisen, diskutieren. Von politisch exotischen Arten, in den Neunzigerjahren Kunst zu machen, bis hin zu prekären und verschwindenden Bedingungen, unter denen Kunst heute produziert wird (getragen von einer Art imaginierter Nostalgie gegenüber der kommunistischen oder sozialistischen Vergangenheit), wird dieses Gespräch Arten der Kunstproduktion und ihre Präsenz in Zentral- und Osteuropa und über diese Region hinaus in den Mittelpunkt stellen.

TeilnehmerInnen:
Zdenka Badovinec, Kuratorin, Autorin and Direktorin, Museum of Modern Art, Ljubljana
Ana Janevski, Kuratorin im Department Media und Performance Art, The Museum of Modern Art, New York
Sebastian Cichocki, Autor, Kunstkritiker und Chefkurator, Museum of Contemporary Art, Warschau
Moderation: Jelena Petrović, Kunsttheoretikerin, Kuratorin und Forscherin, Akademie der Bildenden Künste, Wien


Samstag, 26. September 2020

13:30-14:30 Uhr

Russian Art Focus: New Glocalization: Local Initiatives with Global Vision

Bestärkt von den internationalen Reisebeschränkungen ausgelöst von der derzeitigen Gesundheits- und Klimakrise, scheinen lokale Initiativen eine Wiedergeburt zu erleben. Obwohl Glokalisierung kein neues Konzept ist, versuchen immer mehr Kunstinitiativen, den lokalen Kontext zu berücksichtigen, während sie eine globale Vision beibehalten. Kann die Kunstwelt neue Wege finden, um „Kunstzentren“ mit sogenannten „Kunstperipherien“ zu verbinden? Wird dies mit zunehmender Bedeutung lokaler Initiativen zu einem ausgewogeneren, gerecht verteiltem Kulturangebot führen oder den bereits überbuchten Kalender der KunstliebhaberInnen noch weiter ausdehnen?

TeilnehmerInnen:
Hans Ulrich Obrist, künstlerischer Leiter der Serpentine Galleries, London
Jean-Hubert Martin, Kunsthistoriker und Kurator, Paris
Nikolas Iljine, Berater des Generaldirektors der Eremitage in St. Petersburg
Mikhail Piotrovsky, Direktor der Eremitage in St. Petersburg
Katerina Chuchalina, Chefkuratorin der V-A-C-Stiftung (Moskau und Venedig), Co-Kuratorin der Manifesta 13 in Marseille
Hedwig Fijen, Gründungsdirektor von Manifesta
Anna Somers Cocks, OBE, Journalistin, Gründerin und Herausgeberin, The Art Newspaper, London

Moderatorin: Christianna Bonin, Kunsthistorikerin, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge


Samstag, 26. September 2020

15:00-16:00 Uhr

ArtTech Talk: Gameplay

Es hat sich einiges getan seit Pacman. Diese Diskussionsrunde beschäftigt sich mit KünstlerInnen, die Computerspiele als Struktur oder als Ort ihrer Arbeiten verwenden. Es soll herausgearbeitet werden, welche Bedeutung Computerspielen im Kunstkontext konzeptuell, physisch, im Bezug auf das Publikum und auf die Möglichkeiten der Teilhabe zukommt. Das Gespräch wird sich auf die Arbeiten des britischen Künstlers Thomas Webb, dessen Onlinearbeit webb.game gerade von der Koenig Galerie herausgebracht wurde, und auf den amerikanischen Autor, Künstler und Kurator Nicholas O’Brien konzentrieren, der weitreichende Erfahrungen im Bereich der sich überschneidenden Sphären von Kunst und Gaming Culture vorweisen kann.

TeilnehmerInnen:
Thomas Webb, britischer Künstler
Nicholas O Brien, amerikanischer Autor, Künstler und Kurator
Moderation: Francesca Gavin, Kunsttheoretikerin, Kuratorin und Autorin


Samstag, 26. September 2020

17:30-18:30 Uhr

CEE ART: EXPOSURES

Der Akt des Sich-Aussetzens und des dem öffentlichen Raum mittels der zeitgenössischen Kunst Ausgesetztseins wird of mit bestimmten Werten und Aufmerksamkeiten, aber auch mit vielen verschiedenen Affekten und Erfahrungen in Beziehung gebracht. Die Arten, wie wir soziale und geopolitische Räume der Kunstpräsentation schaffen – von zeitgenössischen Galerien, die man gesehen haben muss, über Biennalen, die man besucht haben muss, bis hin zu Kunstmessen – prägen geopolitische Standards der Kunstproduktion ebenso wie ihren Marktwert. Der Erörterung einer üblichen Frage (Was bedeutet es, heute staatliche, nationale oder lokale zeitgenössische Kunst-(Infra)Strukturen aufzubauen oder nationale oder lokale KünstlerInnen zu haben?) wird eine Diskussion über die Wege der Schaffung neuer Geographien der Kunst innerhalb der noch immer nicht gefestigten Zone der Kunst in Zentral- und Osteuropa folgen. Das Verhältnis verschiedener Arten, der Kunst und ihren möglichen zukünftigen Ökonomien ausgesetzt zu sein, wird durch lokale und globale Machtverteilungen kontextualisiert.

TeilnehmerInnen:
Maria Hlavajova, Generaldirektorin und künstlerische Leiterin, BAK, basis voor actuele kunst, Utrecht
Róna Kopeczky, Kuratorin und Mitbegründerin der Plattform Easttopics, künstlerische Leiterin, acb Gallery, Budapest
Raino Isto, unabhängiger Wissenschaftler, Kurator und Künstler, Mitbegründer des Laboratory for Albanian Art and Culture (LACA) und Chefredakteur von ARTMargins Online, Oregon
Moderation: Jelena Petrović, Kunsttheoretikerin, Kuratorin und Forscherin, Akademie der Bildenden Künste, Wien


Sonntag, 27. September 2020

13:30-14:30 Uhr

ArtTech Talk: Technology Off Screen

KünstlerInnen verwenden in zunehmendem Maße Techniken und Materialien, die sich mit unserem Verhältnis zur technologischen Welt befassen. Die Künstlerin Aleksandra Domanovic wurde durch das direkte Ansprechen eines Bildschirmkontexts mit ihrer Arbeit vvork.com bekannt, bevor sie eine größtenteils skulpturale Praxis etablierte, welche 3D-Druck und Ideen rund um die Verwendung von Technologie und biologischer Innovation umfasst. Aram Bartholl ist ein in Berlin lebender Konzeptkünstler, dessen Arbeiten das Digitale und das Physische einfallsreich auseinandernehmen und untersuchen.

TeilnehmerInnen:
Aleksandra Domanovic, Künstlerin
Aram Bartholl, Künstler
Moderation: Francesca Gavin, Kunsttheoretikerin, Kuratorin und Autorin


Sonntag, 27. September 2020

15:00-16:00 Uhr

CEE ART: EUROPA ENTERPRISE

Der Begriff EUROPA ENTERPRISE wird als Ausgangspunkt dieses Gesprächs herangezogen, um die Frage der Kunst-Imagination unserer geosozialen Realität zu erörtern. Verschiedene zeitgenössische künstlerische und kuratorische Praktiken, die eine aktive, dekoloniale, feministische und neu-materialistische Vorstellung einer zukünftigen Gesellschaft auslösen und die Grenzen von Zivilem und Nicht-Zivilem, Hegemonialem und Subalternem, die Grenzen zwischen der Welt der Männer und der der Frauen, zwischen Natur und Gesellschaft und schliesslich all jene kolossalen Binaritäten, auf denen neoliberales Patriarchat und Kolonialismus heute beruhen, überschreiten, sollen im Zentrum dieses Gesprächs stehen. Überlebensstrategien, verschiedene Lebens- und Arbeitsperspektiven zwischen einander unähnlichen Orten, nomadische Erfahrungen und die kritische Auseinandersetzung mit Zwangsumsiedlung oder Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sollen von einem Standpunkt aus diskutiert werden, der Zentral- und Osteuropa als Zone des geopolitischen Unbehagens wahrnimmt.

TeilnehmerInnen:
Lala Raščić, Künstlerin, Zagreb/Sarajevo/New Orleans
Inga Lace, Kuratorin, Latvian Centre for Contemporary Art, Riga
Sabina Sabolović/ WHW, Direktorin Kunsthalle Wien
Moderation: Jelena Petrović, Kunsttheoretikerin, Kuratorin und Forscherin, Akademie der Bildenden Künste, Wien


Sonntag, 27. September 2020

16:30-17:30 Uhr

Verein K – Partner Talk: An Outsider’s Look at Art in Austria: Visiting Critics Vienna

Was ist das Spezielle an der Kunst in Österreich? Wie ist der österreichische Kontext mit Kunst in anderen Städten und Staaten vergleichbar? Was sind die Highlights des diesjährigen Steirischen Herbst und von Curated by? Welche Rolle hat die Kunstkritik im Jahr 2020? Das sind einige der Fragen, die in dieser Gesprächsrunde erörtert werden.
Visiting Critics Vienna ist ein Programm, das jährlich vom Verein K. organisiert wird. Jedes Jahr werden vier relevante internationale KunstkritikerInnen von einer internationalen Jury in Zusammenarbeit mit der AICA, der International Association of Art Critics, ausgewählt, die innerhalb dieses Programms, das vom Bundeskanzleramt und der Stadt Wien unterstützt wird, die österreichische Kunstszene entdecken sollen. Am Ende ihrer 10 Tage dauernden Residency – nachdem sie den Steirischen Herbst, Curated by und viennacontemporary gesehen, KünstlerInnen, KuratorInnen und TheoretikerInnen kennengelernt und eine Vielzahl an Museen, Galerien und Off-Spaces besucht haben – treffen die «Visiting Critics Vienna 2020» einander auf der viennacontemporary, um über ihre Erfahrungen mit der österreichischen Kunstszene zu sprechen, sie mit anderen zu vergleichen, und um ihre Rolle als Kritiker zu thematisieren.

TeilnehmerInnen:
Cindy Sissokho, Kulturschaffende, Kuratorin and Autorin, Frankreich / UK
Emily McDermott, Autorin und Redakteurin, Berlin /USA
Valentinas Klimašauskas, Kurator und Autor, Litauen
Cathrin Drake, freiberufliche Autorin und Redakteurin, USA
Moderation: Klaus Speidel, Kurator, Kritiker, Kunsttheoretiker und Mitbegründer von Verein K.