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Talks | Stand D32

Talks: Next? ist eine Reihe von Gesprächen und Diskussionen, die unsere aktuelle(n) Kunstwelt(en) als Ausgangspunkt nehmen und mit einer Mischung aus kritischer Skepsis und Hoffnung in die Zukunft der Kunst blicken. Was werden ProduzentInnen und Publikum in absehbarer Zeit von zeitgenössischer Kunst erwarten? Was ist der Zweck einer Mega-Ausstellung? Kann Kunst in allen Bereichen mehr Gleichberechtigung erreichen? Und wenn ja, wie? Im Rahmen des täglichen Programms von viennacontemporary versammelt die Kritikerin und Journalistin Kimberly Bradley KünstlerInnen, MuseumsdirektorInnen, FachhändlerInnen, KritikerInnen und KuratorInnen, um über die Möglichkeiten der Kunst zu spekulieren – in Wien und weit darüber hinaus.

Frieitag, 27. September 2019
16:00–17:00 UhrTalks: Next?
The long view: The future of art

Die Strukturen zeitgenössischer Kunst wandeln sich rasant mit denen der ganzen Welt. Was könnte die Zukunft auf Grundlage der aktuellen Tendenzen für sie bereithalten? Was wünschen sich ProduzentInnen und das Publikum der Kunstwelt von zukünftiger Kunst unter Berücksichtigung politischer Fragen, Machthierarchien und der Aufmerksamkeitsökonomie? Ausgehend von Ben Davis‘ Kurzaufsatz „Three Tendencies of Future Art“ diskutieren Davis und die anderen TeilnehmerInnen, wie sich Kunstproduktion, Diskurs, Ausstellungsmethoden, Institutionen und der Markt in den nächsten Jahrzehnten entwickeln könnten.

• Rahel Aima, Schriftstellerin / Kritikerin, New York / Dubai
• Touria El Glaoui, Gründerin der Kunstmesse I-54, London / Marrakesch
• Ben Davis, Schriftsteller / Kritiker, New York

17:30–18:30 Uhr Talks: Next?
Art world/real world: Can art find a way to effect change?

Die Dichotomie zwischen Kunst und Politik stellt Realität (oder „Realität“) gegen Repräsentation, aber was passiert, wenn Kunst und Politik es schaffen, sich zu überschneiden und zu interagieren? Können KünstlerInnen, AusstellungsorganisatorInnen, KuratorInnen oder andere VermittlerInnen die Lücke zwischen Kunst und Politik schließen, wie es so viele derzeit versuchen, oder müssen die Rollen von Kunstschaffenden und BürgerInnen, von KünstlerInnen und AktivistInnen getrennt bleiben? Unsere DiskussionsteilnehmerInnen erörtern die Handlungspotentiale im kulturellen Umfeld auf Basis vergangener und aktueller Bemühungen.

• Gerrit Gohlke, New Patrons, Berlin
• Ekaterina Degot, Direktorin, Steierischer Herbst, Graz
• Tevž Logar, Kurator, Ljubljana

Samstag, 28. September 2019
14:30–15:30 Uhr | Talks: Next?
Next gen: Potentials in Vienna’s art scene

In den letzten Jahren hat sich die lokale Kunstwelt Wiens verändert – Beispiele sind die Eröffnung neuer Galerien, die Schließung mehrerer mittelgroßer Ausstellungsorte, ein neuer Stadtrat für Kultur und in diesem Jahr eine neue Leitung der Kunsthalle, der Kunstakademie und ebenso der Kunstmesse viennacontemporary. Was kann – oder sollte – Wien im Bereich der zeitgenössischen Kunst mit ihren neuen Impulsen, der exzellenten Kunstbildung und Förderungen anstreben? Mit welchen Diskursen will oder sollte sich die Wiener Kunstszene befassen? Kann zeitgenössische Kunst mit besser finanzierten Bereichen wie Musik konkurrieren? Eine Erforschung von Hindernissen und Möglichkeiten.

• Johann König, Galerist, Berlin
• Moritz Stipsicz, Mitbegründer, Phileas, Wien
• Luisa Ziaja, Kuratorin, Belvedere 21, Wien

 

Samstag, 28. September 2019
16–17 Uhr |
 Talks: Next?
Rethinking the Biennale: The future of the mega exhibition

Die Kunstbiennale entstand 1895 in Venedig und basierte auf dem Modell der Weltausstellung aus dem neunzehnten Jahrhundert. Erst in den neunziger Jahren wurde das Format metastasiert und, dem Weg der Globalisierung und Neoliberalisierung folgend, erschloss neue Städte und Regionen sowohl im eurozentrischen Zentrum als auch in der sogenannten Peripherie. Bedenkt man den Begriff der „Biennale“ (große, auf Spektakeln basierende Ausstellungen, die das Stadtgefüge infiltrieren oder brachliegende Regionen oder Orte wirtschaftlich reaktivieren) – welchem Zweck dient sie zu diesem Zeitpunkt? Wofür könnte oder sollte sie stehen? Ist das Zweijahresformat für die nächste Generation von KünstlerInnen und KunstzuschauerInnen angesichts der globalen Herausforderungen realisierbar? Dieser Talk befasst sich mit den nächsten Schritten der Biennale.

• Paul Feigelfeld, Kurator, Wien Biennale
• Marieke van Hal, Leiterin Forschung und Entwicklung, Manifesta und Mitbegründerin der Biennale Foundation, Amsterdam
• Senam Okudzeto, Künstler / Pädagoge, Basel / Accra

Sonntag, 30. September 2019
15:00–16:00 UhrTalks: Next?
Closing the gap: Concrete paths to gender (and intersectional) equality

Trotz jahrzehntelangem Aktivismus und oftmals lautstarkem Protest haben weibliche Kunstschaffende – gemeinsam mit anderen marginalisierten AkteurInnen in der zeitgenössischen Kunstwelt – weiterhin mit einem fehlenden Zugang zu Machtstrukturen (sprich: Geld), groben Verfehlungen seitens der Institutionen und erstaunlichen Preisunterschieden auf dem Kunstmarkt zu kämpfen. Welche Erfolge konnten wir in den letzten Monaten verzeichnen und, was noch wichtiger ist, welche kollektiven Maßnahmen können von allen Parteien ergriffen werden, um nachhaltige Veränderungen herbeizuführen? In diesem Vortrag werden Schritte in Richtung Inklusion, Vielfalt und Gleichstellung untersucht.

• Sabine Breitwieser, Kuratorin, Wien
• Candice Breitz, Künstlerin / Pädagogin, Berlin
• Ivet Ćurlin, WHW / Regisseurin, Kunsthalle Wien, Zagreb / Wien
• Olamiju Fajemisin

16:30–17:30 Uhr Talks: Next?
What’s wrong with the contemporary art world … and how can we fix it?

Wie lebt die Kunstwelt mit sich selbst? (Zitat des New York Magazine Kritikers Jerry Saltz). Viele beklagen die vorherrschenden Strukturen der zeitgenössischen Kunst, die zu einem großen Teil anachronistisch, unflexibel, ja, vielleicht sogar unethisch sind und möglicherweise nicht mehr in einer ungewissen Zukunft gelten. Ist die Kunstwelt bereit für eine Revolution? Wenn ja, welche Themen könnte diese heraufbeschwören und was könnten ihre möglichen oder gewünschten Ergebnisse sein? Dieses Panel fordert jede/n RednerIn auf, seine und ihre Beschwerden zu äußern, sie zu erklären und gemeinsam mögliche Lösungen, Verbesserungen, Wünsche und Träume zu diskutieren.

• Dean Kissick, Schriftsteller und Kritiker, New York
• André Nourbakhsch, Rechtsanwalt, Berlin
• Senam Okudzeto, Künstler / Pädagoge, Basel / Accra