viennacontemporary

ZONE1

Kuratorin: Cathrin Mayer

 

Kamilla Bischof I Meyer Kainer I D11

Laura Hinrichsmeyer I Gallery AAAA I D13

Richard Nikl I Shore I D07

Rosa Rendl I Georg Kargl Fine Arts I D09

Christophe de Rohan Chabot I E X I L E I D14

Anna Schachinger I Sophie Tappeiner I D15

Laurence Sturla I GIANNI MANHATTAN I D10

Marianne Vlaschits I Galerie Sophia Vonier I D12

Mit freundlicher Unterstützung des Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport.

 

Das Ausstellungsformat ZONE1 präsentiert ausschließlich KünstlerInnen unter 40 Jahren, die in Österreich leben, arbeiten oder studiert haben. Seit 2015 zählt die ZONE1 zu den Highlights der Messe und erfreut sich größter Beliebtheit bei KunstexpertInnen und BesucherInnen.

„Für das kuratorische Konzept der ZONE1 war es mir wichtig, KünstlerInnen und Galerien einzuladen, die eine neue Generation innerhalb der österreichischen Kunstszene repräsentieren. Junge KünstlerInnen, die hier studiert haben, sind kurz- oder längerfristig ins Ausland gegangen, andere kommen für die tollen Studienmöglichkeiten hier her. Andererseits haben es junge EntrepreneurInnen gewagt, neue Galerien mit überzeugenden Programmen zu eröffnen, andere Galerien wiederum haben sich neu in Österreich angesiedelt oder aus der vielfältigen freien Szene formiert. Diese gegenseitigen Wechselwirkungen bringen unterschiedliche Gemeinschaften hervor, die die zeitgenössische Kunst in diesem Land prägen. Die ZONE1 stellt einen Versuch dar – der auf keinen Fall den Anspruch auf Vollständigkeit stellt – diesen Gemeinschaften einen Raum zu geben.“ 

Cathrin Meyer

Cathrin Mayer war Kuratorin am KW Institute for Contemporary Art in Berlin.In der jüngsten Vergangenheit hat sie groß angelegte Einzelausstellungen kuratiert. Neben ihrer Tätigkeit als Kuratorin arbeitet sie projektbasiert an Ausstellungen und schreibt regelmäßig für Publikationen und Magazine. Seit 2020 ist Mayer Co-Direktorin des Projektraums FRAGILE in Berlin.

Kamilla Bischof I Meyer Kainer I D11

Badewanne, Schnuller, Schraubenschlüssel, aufblasbare Wassertiere, Figuren zu Pferde oder in schweren Stiefeln, ein frisch gemachtes Bett, wie eine Praline auf einer Sprechblase serviert, ein abgespannter Engel, auf einem Hydranten hockend, zum Wartegeist deklariert, Tiere mit oder ohne Turmfrisuren und anderes formiert sich auf den meist großformatigen Leinwänden zu aufgeladenen Szenarien. Elemente aus dem Comic, aber auch klassische Bildmotive werden angeeignet und mit freien Formen kombiniert. Sujets tauchen in von Bild zu Bild wechselnden Konstellation auf, um immer wieder neu beleuchtet und auf ihre Symbolqualitäten hin überprüft zu werden. Neben Leinwänden sind im Ausstellungskontext hier und da auch Arrangements mit Interieurcharakter zu sehen. So können die Malereien mit Sitzgelegenheiten und skulpturalen Einrichtungsgegenständen kombiniert werden, zum Beispiel mit katzenartigen Teppichen mit ausgefahrenen Lackkrallen und hechelnder Zunge. Grübeleien, die unvermittelt aufploppen und abrupt abreißen können, zeigen sich sowohl in durchscheinenden Schichten von Übermalungen als auch in Geschriebenem. So entstehen parallel zu den Bildern genreübergreifende Texte. Neben Tieren, Mutter Natur und anderen ProtagonistInnen treten dort auch personifizierte Fähigkeiten wie zum Beispiel die Intuition auf – eine schrille Figur, die ihre ausgelutschten Kaugummis in frisch gemalte Ölbilder klebt, faul am Atelierboden liegt, in Hochzeitsmagazinen blättert, sich ordinär verhält und immer für ein Streitgespräch zu haben ist.


Laura Hinrichsmeyer I Gallery AAAA I D13

Laura Hinrichsmeyers Arbeiten spannen ein Feld aus Malerei, skulpturalem Inventar und Text. In Hinrichsmeyers aktuellstem Werkkörper verhalten sich die Malereien an den Wänden wie eine Formation aus Soldatinnen. Ebenbürtig hängen sie auf einer Höhe und sind doch verschieden in ihren Artikulationen. Die Hierarchie, welche von jener Malerei-Gang ausgeht und sich den BetrachterInnen gegenüberstellt, spielt in diesem Ensemble eine zentrale Rolle. Skulpturen aus Papier oder Schrott laden ein, heranzutreten, nur um sich alsbald zu verweigern. Gelegentlich begleitet von textlichen Arbeiten, welche als Präludium oder Subtext fungieren, wird die jeweilige Mise en Scène in eine bestimmte Richtung gerückt. Hinrichsmeyer selbst beschreibt ihre Praxis als holistisches Arbeiten. Laura Hinrichsmeyer lebt und arbeitet in Wien, geboren ist sie in Deutschland. Sie studierte Bühnenbild in Berlin und Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst. Ihr Diplom absolvierte sie 2019 in der Klasse von Julian Göthe an der Akademie der Bildenden Künste Wien.


Richard Nikl I Shore I D07

Richard Nikl (*1987, CZ) studierte an der Akademie der Bildenden Künste Wien sowie an der Städelschule in Frankfurt, wo er sein Studium 2017 abschloss. In seiner Solo-Präsentation auf der viennacontemporary setzt er seine Suche nach neuen Formen im Sinne des Parametrizismus fort und unternimmt im Speziellen den Versuch einer Geometrie des Formlosen. Seine Leinwandarbeiten, die sich aus früheren skulpturalen Arbeiten entwickelt haben, versuchen, eine räumliche Seherfahrung in eine orthographische zu übersetzen, in der der Standpunkt keine Rolle zu spielen scheint. Nikl war für Tschechiens prestigeträchtigsten Preis für zeitgenössische Kunst, den Jindrich Chalupecky-Preis nominiert; Einzel- und Gruppenausstellungen im Palais des Beaux-Arts Bozar in Brüssel, Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt am Main, Czech Center in New York, Nationalgalerie in Prag, Shore Gallery in Wien, Lovaas Gallery in München und im KIM Contemporary Art Center in Riga.


Rosa Rendl I Georg Kargl Fine Arts I D09

Georg Kargl Fine Arts präsentiert in der Zone1 Rosa Rendl mit einer neuen Serie von Arbeiten.

Rosa Rendl beschäftigt sich mit Themen an der Schwelle zwischen Privatem und Öffentlichen. Ein wiederkehrender Aspekt ihrer Arbeit ist die persönliche Sphäre, die immer als Teil eines größeren sozialen Kontexts gesehen wird, und in der alle Komponenten wie Variablen in einem System untrennbar miteinander verbunden sind. Ihre Fotografien, die mit der Existenz von Objekten, ihrer Präsentation und Repräsentation spielen, können dabei in mehrfacher Hinsicht als ein Zugeständnis an Roland Barthes’ Label des „Es-ist-so-gewesen“ gesehen werden. Versiegelt hinter Acrylglas trifft dies auch auf das Bannen von Empfindungen zu. Eine schützende Hülle, die gleichzeitig auf die Auflösung der Grenzen zwischen den Kunstgenres und Wertigkeiten verweist.


Christophe de Rohan Chabot I E X I L E I D14

Christophe de Rohan Chabot, geboren 1986 in Paris, durchsucht die unerschöpflich verfügbare Vielfalt des Internets nach Bildern, die einer bestimmten künstlerischen Vorstellung, Stimmung oder Intention entsprechen, und versucht, diese in seinen Arbeiten zu transportieren. Dieser spezielle Rechercheprozess ist ebenso arbeitsintensiv wie absurd; er scheint die letzte mögliche kreative Praxis  zu sein, die unsere Zeit zulässt – vergleichbar mit den MalernInnen früherer Epochen, die den einen perfekten Pinsel suchen, um ihr Meisterwerk zu vollenden. Das Ausgangsmaterial wird später so akkurat gedruckt wie es das Datenmaterial zulässt. Präzision und Fehler sind fundamentale Elemente jedes einzelnen dargestellten Pixels. Die fertige Arbeit wird zur Ikone ihrer eigenen immateriellen Quelle. Für die viennacontemporary hat de Rohan Chabot eine spezifische Installation konzipiert, die auf drei im Internet gefundenen Bildern basiert und wie eine Art Gleichung funktioniert, die ebenso ihren eigenen repräsentatorischen Kontext wie die Welt, in der wir leben, reflektiert.


Anna Schachinger I Sophie Tappeiner I D15

Anna Schachinger (*1990) ist Malerin. Für sie ist Malen ein vielschichtig ineinandergreifender Prozess des Ausbalancierens von konzeptuellen und intuitiven Impulsen. Ihre Arbeiten umfassen reale und fantastische Themen und repräsentieren einen Zustand der Möglichkeit. Formal entziehen sie sich oft der traditionellen Taxonomie von Abstraktion und Figuration. Auch die Technik ist nicht immer die gleiche; manche Arbeiten sind das Ergebnis eines delikaten und konzertierten Mark-Makings, während andere durch einen Prozess entstehen, der eher brutal zu sein scheint. Themen und Motive werden in Werkgruppen immer wieder neu aufgegriffen und umgearbeitet, wodurch vielschichtige Erzählstränge entstehen. Annas Malereien beeindrucken durch ihre scheinbare Vernachlässigung konventioneller räumlicher Hierarchien. Vorder- und Hintergrund fliessen zusammen und überlappen einander, was faszinierende neue Möglichkeiten eröffnet, die Kompositionen zu lesen oder sich in ihnen zu verlieren.


Laurence Sturla I GIANNI MANHATTAN I D10

Laurence Sturla (geboren 1992 in Swindon, UK; lebt und arbeitet in Wien) schafft Keramiken, die sich mit der Frage beschäftigen, wie unser Verständnis von Vergangenheit und Gegenwart geformt wird und wie diese beiden Zustände miteinander zusammenhängen. In ihrer Einebnung der Dialektik von Form und Funktion spielen seine Arbeiten ebenso auf den Niedergang der Industrialisierung wie auf das Häusliche an. Seine Arbeiten, die Teekannen darstellen könnten, aber ebenso als desolate Fabriksgebäude gelesen werden können, stellen Überlegungen an, wie diese zwei Sphären ineinander übergehen und sich gegenseitig durchdringen.


Marianne Vlaschits I Galerie Sophia Vonier ID12

Marianne Vlaschits (*1983 in Wien) lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte and der Akademie der bildenden Künste Wien und an der Slade School of Art in London. Die Künstlerin arbeitet mit Malerei und Installationen, welche als eine räumliche Erweiterung ihrer Malerei funktionieren. In ihren Arbeiten beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Weltraum als Projektionsfläche für Zukunftsvisionen und als Sehnsuchtsort der Menschheit. Derzeit arbeitet Vlaschits mit klassischer Ölmalerei auf selbst gebauten schiefrunden Leinwänden, die an Gedankenblasen, Eier oder Meteoriten erinnern. Darin verknüpft die Künstlerin surrealistische Ästhetik mit Themen der progressiven Science Fiction und der zeitgenössischen Malerei.