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Explorations

EXPLORATIONS
Kuratiert von Harald Krejci

Die Sektion Exploration zeigt innerhalb einer pointierten Werkpräsentation verschiedene Galerien aus Europa mit künstlerischen Positionen der 60er und 70er Jahre. Die Sektion zeigt die ganz unterschiedlichen künstlerischen Setzungen, die alle in einer ganz spezifischen Weise indirekt an das geistige Erbe des Nachkriegssurrealismus anknüpfen oder Bezug nehmen.

Viele Künstlerinnen und Künstler reinterpretierten in den 60er Jahren Abstraktion als Codierung und Decodierung gesellschaftlicher Problematiken auf der poetischen Ebene. Dabei spielte das geistige Erbe des Surrealismus eine wesentliche Rolle. Er bot die Möglichkeit, in den Zeiten der politischen Vereinnahmung von Kunst auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs, das kritische Potential von Kunst zurückzugewinnen. KünstlerInnen ging es fortan um die Problematisierung der Abstraktion als eine Form des Zusammendenkens von verschiedenen Bewußtseinsebenen. Zentral war dabei der Begriff der Poesie.

 

Die streng konzeptuelle Methode Mesmaekers ist eine poetische Annäherung und Verschiebung von Raum und Biografie, Traum und Realität innerhalb ihrer Arbeiten. Die fotografischen Arbeiten von Géza Perneczky und Michal Kern weisen diskursiv auf die ephemere Dimension von Kunst hin, während Josef Bauer mit seiner Fragmentierung von Sprache als poetische Dimension den Sprach-Raum ins Dreidimensionale öffnet. Robert Klemmers vordergründige Pop-Art-Farbigkeit und -Selbstinszenierung offenbart auf den zweiten Blick eine introspektive, existentielle Dimension des Ichs. Der russische Künstler Alexander Pankin knüpft mit seinen Arbeiten der 60er und 70er Jahre an die Tradition der Abstraktion der Avantgarde an und reflektiert die Frage nach dem Poetischen in der figurativen Malerei. Yuri Zlotnikovs Malerei folgt dem analytischen Zugang zur Abstraktion in der Tradition der Avantgarde , der aber dennoch die Qualität des Malerischen und Poetischen verpflichtet bleibt. . Bei Tess Jaray und Horia Damian werden Reflexionen zum architektonischen Raum hin geöffnet und das Poetische gegenüber dem Rationalen betont. Milan Adamčiak hingegen öffnet den poetischen Raum über die Musik. Alberto Biasi firmiert zu einer bestimmten Zeit nur noch unter dem programmatischen Gruppennamen Gruppo N und arbeitet an dem poetischen Potential rational-geometrischer Strukturen. Alfred Klinkans Malerei setzt biografische Bezüge und westliche Mythen in neue narrative Zusammenhänge in einer Art-Brut zitierenden-Malerei.  Vakhtang Kokiashvili nimmt in seiner Arbeit Bezug zu Folklore, Mythen und Mystik seiner Heimat.

 

 

Josef Bauer​ | KROBATH | F08
Alberto Biasi, Gruppo N​ | PANARTE | ​E06 / F07
Horia Damian​ | Galeria Plan B | E08
Tess Jaray | Karsten Schubert & EXILE | G09
Robert Klemmer | Konzett | G10
Alfred Klinkan| Galerie bei der Albertina • Zetter | F06 / G07
Vakhtang Kokiashvili | Window Project | F10 / G11
Jacqueline Mesmaeker | Nadja Vilenne | F09
Geza Perneczky, Milan Adamčiak and Michal Kern| SODA Gallery | G08
Yuri Zlotnikov and Alexander Pankin​ | pop/off/art gallery | E10 / F11 

 

Mag. Harald Krejci

Krejci wurde in Linz / Donau geboren und studierte Kunstgeschichte in Augsburg und München. Im Jahr 2000 begann er bei der Kiesler-Stiftung in Wien zu arbeiten und war dort für die wissenschaftliche Erforschung und Bewertung des Nachlasses von Friedrich Kiesler verantwortlich. Er kuratierte Ausstellungen im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, im Drawing Center New York und in der Kiesler-Stiftung in Wien. 2009 trat er dem Kuratorenteam des Belvedere bei, wo er zahlreiche Ausstellungen kuratierte. 2017 wurde Krejci zum Chefkurator des Belvedere ernannt. Er kuratierte Retrospektiven zu Franz West, Günter Brus und Rachel Whiteread sowie die erste Präsentation von Vik Muniz in Österreich.