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Solo Expanded: Das neue Präsentationsformat zeigt internationale zeitgenössische Positionen

„Die konzeptuelle Ebene von Solo Expanded ist der Geschichte zeitgenössischer Kunst in Wien – einer Stadt mit herausragendem kulturellen Erbe, die unter anderem die Wiener Secession und den Wiener Aktionismus hervorgebracht hat – wesentlich verbunden.

Die diesjährige Ausgabe von Solo Expanded wird die neusten Projekte sowie bereits existierende Arbeiten von aufstrebenden und arrivierten internationalen Künstlern und Künstlerinnen, die von bekannten Galerien repräsentiert werden, zeigen. Diese treten in einen Dialog mit dem Veranstaltungsort der viennacontemporary, der Marx Halle. Das renovierte Gebäude aus dem 19. Jahrhundert stellt heute das historische Zentrum von Wiens jungem Industriegebiet Neu Marx dar. Vertretene Künstler und Künstlerinnen: Seiichi Furuya (JP/AT), Marcius Galan (US/BR), TeresaGierzyńska (PL), Anna Jarnuszkiewicz (PL), Krystian Jarnuszkiewicz (PL), Julije Knifer(HR), Marlena Kudlicka (PL), Jimena Mendoza (MX), Andrei Monastyrski (RU), Manfred Pernice (DE), Franz Erhard Walther (DE) und Heimo Zobernig (AT).

Die Projekte, die unter dem Titel Solo Expanded gezeigt werden, sind in zwei Kategorien aufgeteilt. Die erste Gruppe von Präsentationen befasst sich eingehend mit den Ursprüngen des Wiener Aktionismus, behält sich dabei jedoch einen sehr offenen Zugang vor. Die zweite Gruppe von Projekten legt ihr Hauptaugenmerk auf Formensprachen und versucht, die Schnittstellen und Beziehungen von Kunst zu Design und Architektur neu zu denken. Natürlich muss auf die Risiken jeglicher Art von Kategorisierung hingewiesen werden. Wir glauben jedoch, dass gezielte Kategorisierungen beim Vermitteln bestimmter abstrakter Konzepte, die andernfalls unklar blieben, hilfreich sein können. Deshalb wurde die kuratorische Entscheidung getroffen, die Geschichte zeitgenössischer Kunst in Wien anhand von zwei miteinander kommunizierenden historischen Strömungen mit unterschiedlichen Ästhetiken anschaulich zu machen: Aktionismus und Formalismus.

Die Projekte der ersten Kategorie sind tief verwurzelt in den Praktiken der Performance und der Aktion, die die Bewegung als „nicht nur eine Kunstform, sondern vor allem eine existenzielle Einstellung ”1 definiert. Um Bedeutung zu erlangen, benötigt das Kunstwerk die Aktion oder Aktivierung, also die Geste des Künstlers, ebenso wie die Einbeziehung und Reaktion des Publikums. Einige der gezeigten Arbeiten erwachen erst durch die Mitwirkung des Betrachters oder der Betrachterin zum Leben. Während manche der unter dieser Kategorie zusammengefassten KünstlerInnen sich an kunstgeschichtlichen Bewegungen – wie eben dem Wiener Aktionismus – orientieren, um aktuelle soziale und politische Fragestellungen auf ähnliche Weise zu bearbeiten, wenden andere subtilere Sprachen und Methoden an, um Kommentare zu ebendiesen Fragestellungen abzugeben.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Fotographie, das Mittel zur Dokumentation des Alltagslebens und jener Ereignisse zu werden, die im späteren Verlauf historische Bedeutung erhalten sollten. Der Vorgang des Festhaltens durch die Linse und die darauffolgende Entwicklung des Resultats auf Papier kann durchaus als ein Akt der Aktivierung gelesen werden. Darüber hinaus wurden die Fotographen/Fotographinnen durch ihre Anwesenheit am Ort des Ereignisses zu aktiven Spezialisten, oder vielmehr Spezialisten des Aktiven. Die Arbeiten des in Graz lebenden Künstlers Seiichi Furuya (JP/AT) vermitteln die Bedingungen des Lebens in der DDR der 80er Jahre, indem sie die politischen und sozialen Umstände im Berlin dieser Zeit einfangen. Die Kuratorin und Kritikerin Maren Lübbke-Tidow bezeichnet Furuyas Bilder als „ beeindruckende und äußerst rare Dokumentationen der Berliner Mauer vom Osten der geteilten Nation aus, und Zeugnisse des Lebens in der DDR.“2

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Seiichi Furuya, Dresden, 1984, C-print, 43 x 61 cm © Seiichi Furuya, Courtesy of Galerie Thomas Fischer

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Seiichi Furuya, Kapfenberg, 1988, Gelatin silver print, 51 x 66 cm © Seiichi Furuya, Courtesy of Galerie Thomas Fischer

Auf ähnliche Weise wurde Teresa Gierzyńska (PL) eine Dokumentaristin ihrer Zeit. Nachdem sie sich zu Beginn darauf beschränkt hatte, die Arbeit ihres Gefährten Edward Dwurnik fotographisch festzuhalten, erweiterte sie ihr Interessenfeld und begann, Frauen und ihre Lebensbedingungen zu dokumentieren. Sie sah die Fotographie als „Möglichkeit des emotionalen Ausdrucks und Raum des Experimentierens.”Seit den Siebzigerjahren dokumentierte sie eifrig ihre Umgebung, entwickelte ihre eigenen Historien und experimentierte mit Photographie als Medium, das ihr erlaubte, die Bilder, die sie umgaben, festzuhalten. Gierzyńska sah die Photographie nicht nur als Möglichkeit, den Prozess der Dokumentation aktiv zu gestalten, sondern durch die Installation der Bilder im Raum auch die Wahrnehmung der BetrachterInnen zu aktivieren.

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Teresa Gierzyńska, Zielony groszek [Green peas], 1975, Photocollage, vintage gelatin silver print mounted on cardboard, aniline-dyed, 35.7 x 48.7 cm, unique piece © Teresa Gierzyńska, Courtesy Pola Magnetyczne, Warsaw

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Teresa Gierzyńska, Było gorąco, wiał silny wiatr, pachniało zboże [It Was Hot, a Strong Wind Blew, the Air Smelled of Grain], 1976,  Photomontage, gelatin silver print mounted on cardboard, aniline-dyed, 39 x 46,7 cm, unique piece © Teresa Gierzyńska, Courtesy Pola Magnetyczne, Warsaw

Die historischen Arbeiten von Andrei Monastyrski (RU) spiegeln die Repressionen und das soziale Unbehagen in der Sowjetunion zu Zeiten des Kalten Krieges wider. Monastyrski versteht seine Performances als „leere Aktionen“, in denen die Handlung auf ihre minimale Struktur reduziert ist und der Prozess wichtiger ist als das Resultat. In seinen öffentlichen Performances macht er sein Publikum zu aktiven Teilnehmern und Teilnehmerinnen und löst so die Grenze zwischen aktivem Autor/Performer und passiver Zuschauerschaft auf. Ein Großteil seiner Performances ist durch Photographien und Videos dokumentiert, welche für ein Verständnis der Motivationen und Handlungen der Collective Actions Group essentiell sind.

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Charim Galerie, Andrei Monastyrski, Time Of Action, 1978, 4 photographs, vintage prints, 16.5 x 36 cm © Andrei Monastyrski, Courtesy Charim Galerie, Vienna

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Charim Galerie, Andrei Monastyrski, Time Of Action, 1978, 4 photographs, vintage prints, 16.5 x 36 cm © Andrei Monastyrski, Courtesy Charim Galerie, Vienna

Der Künstler Franz Erhard Walther (DE) beschäftigt sich in seinen Arbeiten vorrangig mit den Beziehungen zwischen dem Objekt, seiner Umgebung und dem menschlichen Körper. Walther, dessen Beiträge zur Entwicklung einer aktionsorientierten Konzeptkunst in den 1960er Jahren nicht hoch genug eingeschätzt werden können, erachtet den menschlichen Körper als Schlüsselelement zur Aktivierung seiner Kunstwerke, die oftmals aus abstrakten Formen bestehen, welche berührt, manipuliert und in einigen Fällen sogar betreten werden sollen. In diesem Sinne wird die physische Erfahrung der Form durch die BetrachterInnen grundlegendes Element der Realisierung der Arbeit.

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Franz Erhard Walther, Der Körper muss entsprechen II, 1984, Sewn dyed cotton fabric, wood, 275 x 200 x 36 cm © Franz Erhard Walther, Courtesy KOW, Berlin

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Franz Erhard Walther, Vier Formen ZIEGELTON, 2008, Körperformen, Sewn dyed cotton fabric, foam, nettle cloth (4 parts) © Franz Erhard Walther, Courtesy KOW, Berlin

Das Gegenstück zu dieser ersten Gruppe bildet die zweite, deren Projekte sich mit Formensprachen und den Beziehungen von Objekten und den sie umgebenden Räumen befassen. Die in dieser Kategorie gezeigten KünstlerInnen sind primär an abstrakten Formensprachen, wie jenen der geometrischen Abstraktion, des Minimalismus oder der konkreten Kunst interessiert und entwickeln ihre eigene Sprache, die den formalen Aspekten der konkreten Arbeiten zugrundeliegt. Diese KünstlerInnen legen nicht nur große Aufmerksamkeit auf Materialität und Qualität, sondern sehen den Austausch zwischen Objekt und umgebendem Raum als fundamentalen Aspekt ihrer Praxis.

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Marcius Galan, Solid Section, 2015, Concrete, wax and painted iron, 50 x 50 x 50 cm © Marcius Galan, Courtesy Galerija Gregor Podnar

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Marcius Galan, Translucent, 2015, Paint on the wall, was on the floor and iron, 79 x 93 x 18 cm © Marcius Galan, Courtesy Galerija Gregor Podnar, Berlin

Formensprache wird von vielen zeitgenössischen brasilianischen Künstlern, wie etwa Marcius Galan, dessen Arbeiten sich aus dem Erbe der Konzepte des Neoconcretismo ableiten, natürlich verstanden. Galans Arbeiten zeigen, ähnlich wie jene von Lygia Clark und Helio Oiticica, abstrakte Geometrie in ihrer reinsten Form. Zusätzlich untersucht Galan die von ihm hergestellten Objekte hinsichtlich ihrer Funktionalität in den ihnen eigenen Umfeldern.

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Julije Knifer, 7X-21,X,15,XI-22,XI,27,XI_30-XI, 1982, 65 x 50cm (unframed), 70 x 55 x 4 cm (framed) © courtesy Galerija Gregor Podnar, Berlin

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Julije Knifer, Sans titre (AP XI/2), Acrylic on canvas, 60 x 60 cm, 2002 @courtesy Galerija Gregor Podnar, Berlin

Die bekannte kroatische Künstlerin Julije Knifer folgt in ihren Arbeiten den russischen Suprematisten und Konstruktivisten, indem sie immer wieder auf eine bestimmte Form, den „Mäander“ – eine simple, jedoch sehr ausgeklügelte labyrinthische Struktur aus schwarzen und weißen horizontalen und vertikalen Linien – rekurriert. Sowohl die Skulpturen von Krystian Jarnuszkiewicz, als auch die Zeichnungen von Anna Jarnuszkiewicz – beide stammen aus Polen – drücken die Essenz der Form aus. Krystian Jarnuszkiewicz war ein Materialenthusiast, der nun in seinen neuen Arbeiten versucht, die Geste auf ein Minimum zu reduzieren, während die Formensprache von Anna Jarnuszkiewicz Organisches und Figuren der Natur als universale geometrische Formen darstellt.

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Anna Jarnuszkiewicz, Untitled (Dovecotes), 1958, Mixed media on paper, 32 x 23 cm © Anna Jarnuszkiewicz, Courtesy of Pola Magnetyczne, Warsaw

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Anna Jarnuszkiewicz, Untitled (Volleyball Players), 1958, Mixed media on paper, 43 x 28 cm © Anna Jarnuszkiewicz, Courtesy of Pola Magnetyczne, Warsaw

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Krystian Jarnuszkiewicz, Hard Asleep under an Oak Tree (Kamienny sen pod dębem), 2011, ink-jet-print, 21 x 28 cm © Krystian Jarnuszkiewicz, Courtesy Pola Magnetyczne, Warsaw

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Krystian Jarnuszkiewicz, Little Cloud on a Small Crucifix (Chmurka na krzyżyku), 2012, ink-jet-print, 21 x 28 cm © Krystian Jarnuszkiewicz, Courtesy Pola Magnetyczne, Warsaw

Marlena Kudlicka (PL) folgt der Tradition des Konstruktivismus, indem sie ihre Skulpturen von der Architektur ableitet und großes Augenmerk auf Form, Materialität und Prozessualität legt. Sie neigt dazu, konkrete Formeln zu entwickeln, mithilfe derer sie abstrakte Konzepte und Ideen zu vermitteln sucht und bestimmte Anliegen vorantreibt. In ihren neuesten Skulpturen untersucht sie anhand der Geschichte des Papierformats „DIN A4“ die Art der Beziehungen, welche durch ein solches standardisiertes Format zwischen der Sprache, der Verhaltensweisen von Menschen und deren bisweilen fast mechanischen Bewegungen geschaffen werden.

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Marlena Kudlicka, shape hypothesis test 9, 2016, Sculptural collage, 33.5 x 67.6 cm © Marlena Kudlicka, Courtesy of Marlena Kudlicka and ŻAK | BRANICKA

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Marlena Kudlicka, unprotected 0 (fig. 3), 2015, Collage on paper, 22 x 30 cm © Marlena Kudlicka, Courtesy of Marlena Kudlicka and ŻAK | BRANICKA

Jimena Mendozas (MEX) Hauptinteresse gilt den Beziehungen von Menschen zum Raum, in dem sie sich befinden, und der Art, wie sie bestimmte Verbindungen mit ihm und den Objekten in ihm eingehen. In ihren Metallarbeiten greift Mendoza architektonische Elemente wie etwa vorgetäuschte Wände oder Säulen auf, präsentiert sie gewissermaßen als solche ihrer Funktion beraubte Elemente und eröffnet so einen Dialog zwischen dem Innen und Außen des Objekts, dem Kern und dem ihn umgebenden Raum.

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Jimena Mendoza, Column (Sloupec), 2016, Welded metal, 3 m x 40 x 40 cm Courtesy of Jimena Mendoza

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Jimena Mendoza, Robota, 2016, Two identical pieces, Bending metal and enamel, 190 cm x 58 cm x 18 cm, Courtesy of Jimena Mendoza

Manfred Pernice (DE) beschäftigt sich ebenfalls mit dem Raum und der Art und Weise, wie Menschen ihn erfassen. Üblicherweise zieht Pernice Grenzen zwischen dem Innen und dem Aussen, dem Leeren und dem Vollen, und beleuchtet die Vergänglichkeit und Unbestimmtheit der von ihm verwendeten Materialien. In seiner Kassettenserie verwendet Pernice ein Ordnungssystem, das es ihm erlaubt, nützliches Material aus Abfall auszuwählen und gleichzeitig den Wert des Materials zu bestimmen. In dieser bestimmten Serie verwendet er etwa gedrucktes Bildmaterial, Zeitungsausschnitte, Nahrungsmittelverpackungen, gefundene Objekte oder Plastiksäcke, die allesamt zuvor Abfall darstellten, und präsentiert sie als Arrangements in rechteckigen, verglasten Rahmen.

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‘Manfred Pernice’ at Lulu, Mexico City, 2016, Installation view (Cassettes), Courtesy Lulu, Mexico City

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Manfred Pernice, O.T., 2010, 264 x 164 cm (diameter), Courtesy of Manfred Pernice

Heimo Zobernig (AT) spielt mit architektonischen Räumen, wenn er an bestimmten Orten seine Leinwände und Skulpturen installiert, und legt so Zeugnis ab über die Beziehung, die zwischen Kunst und Architektur besteht. So könnte das Aufstellen einer Bronze in einem white cube eine Geste sein, deren Intention es ist, einiges über die Interaktionen zwischen der Skulptur und dem Raum, der sie enthält, offenzulegen. Für Zobernig, der im Voraus den Zweck eines Materials, einer Form oder einer bestimmten Atmosphäre festlegt, sind der Effekt, den die Umgebung auf eine Bronze hat und umgekehrt der Effekt, den die Bronze auf den Raum ausübt, integrale Voraussetzungen für das Verständnis dieser bestimmten Arbeit.

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Heimo Zobernig, Untitled (front side), 2016, Bronze, 189 x 49 x 49 cm, Courtesy Galerie Meyer Kainer, Vienna, Photo: Archive HZ

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Heimo Zobernig, Untitled (rear side), 2016, Bronze, 189 x 49 x 49 cm, Courtesy Galerie Meyer Kainer, Vienna, Photo: Archive HZ

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1 Susan Broadhurst, Liminal Acts. A Critical Overview of Contemporary Performance and Theory (GreatBritain: Cassell, 1999), 15.

2 Maren Lübbke-Tidow, „Seiichi Furuya – Mémoires,“ Galerie Thomas Fischer (Berlin, 2011).

3 Ewa Tatar, „By the River That Isn’t,“ in Exhibition Catalogue, Galeria Pola Magnetyczne, trans. Piotr Mierzwa (Warsaw, 2014), 166.

Solo Expanded ist eine neue, von Abaseh Mirvali kuratierte Programmschiene der viennacontemporary, bei der KünstlerInnen in Solo-, Zweier- oder Gruppenausstellungen zeitgenössische Ausdrucksformen der Kunst – von Klassikern aus der jüngeren Vergangenheit bis zu aktuellen Produktionen – verhandeln. Die Präsentationen dokumentieren entweder einen Dialog zwischen den Werken zweier KünstlerInnen oder ein Kooperationsprojekt von einer/m oder mehreren KünstlerInnen. Das Solo Expanded Konzept ist eng mit der reichen Geschichte von zeitgenössischer Kunst in Wien verbunden und bietet zwei entsprechende Themenkategorien: Eine Projektgruppe widmet sich den Ursprüngen des Wiener Aktionismus, jedoch in einer sehr offenen Auslegung der Definition, Form und Intensität von „Aktion“ und Werk, während die zweite Gruppe eher auf die Sprache der Form eingeht und dabei die Wechselbeziehungen zwischen Kunst, Design und Architektur im Stile des Wiener Künstlers Heimo Zobernig überdenkt.

Abaseh Mirvali (c) Courtesy Michael Donath

Abaseh Mirvali (c) Courtesy Michael Donath

Solo Expanded zeigt die folgenden KünstlerInnen und Galerien:
Seiichi Furuya (JP/AT) / Galerie Thomas Fischer (DE)
Marcius Galan (US/BR) & Julije Knifer (HR) / Galerija Gregor Podnar (DE)
Anna Jarnuszkiewicz (PL) & Krystian Jarnuszkiewicz (PL) / Pola Magnetyczne (PL)
Marlena Kudlicka (PL) / ŻAK I BRANICKA (DE)
Andrei Monastyrski (RU) / Charim Galerie (AT) & Teresa Gierzynska (PL) / Pola Magnetyczne (PL)
Manfred Pernice (DE) & Jimena Mendoza (MX) / Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder (AT)
Franz Erhard Walther (DE) / KOW (DE)
Heimo Zobernig (AT) / Galerie Meyer Kainer (AT)